„Raus aus der Zuckerfalle“ – Interview mit der Autorin Marion Selzer

Marion Selzer Raus aus der Zuckerfalle

Kurz vor der Plätzchenzeit möchte ich hier auf meinem Blog noch einmal ein Thema ansprechen, was mir sehr am Herzen liegt. Und ich habe mir dafür Verstärkung von einer tollen Frau geholt. Heute geht es um Zucker, viele Süßigkeiten und einen Weg zum gesunden Genuss.

Wie du vielleicht weißt, hatte meine Ernährungsumstellung vor knapp 3 Jahren viel mit dem Thema Zucker zu tun. Ich begann auf Zucker zu achten. Dabei entschied ich, auf einige süße Dinge zu verzichten und wurde mit vielen Kilo weniger auf der Waage und einem glücklicheren Leben belohnt.

„Raus aus der Zuckerfalle“

zuckerfalle-buch-1Deshalb freue ich mich riesig, dir heute die Autorin Marion Selzer vorstellen zu können. Sie spricht mit mir heute über ihr neues Buch „Raus aus der Zuckerfalle“. Marion ist Ernährungsberaterin und Autorin. Sie hat ihren Traum zur Realität gemacht, einen eigenen Verlag gegründet und wohnt seit 7 Jahren auf der schönen Insel La Palma. Sie schenkte mir im Sommer ihr neues Buch und schon während ich es las, kam mir die Idee, sie auf ein Interview einzuladen! Dich erwartet ein tolles, offenes Gespräch über das Leben mit vielen – und weniger – Süßigkeiten. Auch gibt es Tipps, wie du sofort einen ersten Schritt in Richtung weniger Zucker gehen kannst!

(ich) Hallo liebe Marion, kannst du meinen Leserinnen erzählen, wie du auf das Thema deines neuen Buches gekommen bist?

(Marion) Liebe Ina, erst einmal herzlichen Dank für die Einladung zu diesem Interview. Ich freue mich wirklich sehr über die Gelegenheit, deinen Leserinnen mehr über mich und meinen Weg in die Zuckerfreiheit zu erzählen. Und nun zu deiner Frage, wie ich überhaupt dazu gekommen bin, über das Thema der Zuckersucht zu schreiben. Dazu möchte ich gerne kurz ausholen und einen Blick in meine Vergangenheit werfen.

(ich) Ja, gerne, auch in deinem Buch ist viel über deine persönliche Geschichte zu lesen. Danke, dass du uns hier schon ein paar Einblicke gibst!  

(Marion) Aber das mach ich doch sehr gerne! Also, ich bin, wie vermutlich viele Kinder der 80er Jahre, mit einer weißmehllastigen und zuckerreichen Ernährung aufgewachsen.

(ich) Oh ja, ich glaube, vielen von uns ging es in der Kindheit so. Meine Eltern sind zum Glück sehr auf gesundes Essen bedacht. Bei mir fing die „schlimme Zeit“ mit dem Studentenleben an. 😉

(Marion) Da hast Du etwas mehr „Glück“ gehabt als ich. In unserer Familie hat die Qualität unserer Nahrungsmittel leider lange Zeit keine wichtige Rolle gespielt. Ich glaube, das lag daran, dass meinen Eltern der Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit einfach nicht bewusst war. Leider. Und so kam es, dass meine Ernährung die ersten Jahre wirklich alles andere als gesund aussah. Zum Frühstück gab es Nutellabrote oder Schokomüsli, zu Mittag Pasta, zwischendurch ein paar Süßigkeiten und zum Abendessen belegte Brote – aus hellem Mehl natürlich. Mein gesamter Organismus wurde also von Kindheit an ständig mit schnell verdaulichen Kohlenhydraten konfrontiert.

(ich) Ein kurzer Zwischensatz für meine Leserinnen: Schnell verdauliche Kohlenhydrate (z. B. Weißmehrprodukte) zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr schnell über unsere Verdauungsorgane in Einfach-Zucker umgewandelt werden. Sie landen als Zucker in unserem Blut und lassen dort den Blutzuckerspiegel steigen. Die Folge sind starker Insulin-Ausstoß und die Speicherung der überflüssigen, umgewandelten Glukose-Moleküle als Fett in unserer Leber. Im Gegensatz zu langsam verdaulichen Kohlenhydraten, wie z. B. Vollkornprodukten. Soviel nehme ich schon einmal vorweg. Diese Kohlenhydrate sind in den meisten Fällen besser für uns. Puh, ganz leicht sind die Zusammenhänge wirklich nicht. Aber sehr wichtig!

(Marion) Ja das stimmt, zu Beginn kann das Thema Kohlenhydrate ganz schön verwirrend sein, aber ich finde, du hast das prima erklärt. Wichtig ist eben, dass wir Nahrungsmittel bevorzugen, so wie die Natur sie uns schenkt und Produkte meiden, die erst durch aufwändige Verfahren zu industriellen Kunstprodukten verändert wurden, die uns statt Lebenskraft zu schenken, Energie und Kraft rauben und langfristig betrachtet oft krank machen. Kristallzucker und Weißmehlprodukte zählen leider genau zu diesen Industrieprodukten. Sie sind nicht mehr viel mehr als leere Kalorienträger, die zwar unseren Bauch füllen, aber unsere Zellen unterernährt lassen. Vollkornprodukte oder der Zucker in Obst und Gemüse hingegen sind wunderbare Lebensmittel, die uns auf gesunde Weise satt machen und dazu noch viele wichtige Inhaltsstoffe wie Mineralien, Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe liefern.

(ich) Ja, das finde ich auch! Und wie ging es nach deiner Kindheit weiter?

(Marion) Anfang 20 bin ich dann, aufgrund familiärer Konflikte, in eine Phase hineingerutscht, die man durchaus als essgestört bezeichnen könnte. Ich aß große Mengen hochkalorischer Speisen auf einmal und erbrach mich hinterher. Zum Glück habe ich es geschafft, aus diesem Teufelskreis wieder herauszukommen. Ich habe mich sehr intensiv mit der emotionalen Komponente hinter Essproblemen auseinandergesetzt und auch eine Ausbildung zur psychologischen Beraterin gemacht, wodurch ich mein Essverhalten besser verstehen konnte und anzunehmen lernte. Das hat mir bei meinem Weg zurück zu einem harmonischen Essverhalten sehr geholfen.

(ich) Auch in deinem Buch erfahren deine Leser, dass du dich von Diät zu Diät gekämpft hast. Mir ging es auch viele Jahre so. Was war denn dein Moment, in dem du dir gesagt hast: Stopp! So geht es nicht weiter?

(Marion) Einen solchen Moment gab es eigentlich nicht. Ich hab einfach nicht gewusst, wie es anders gehen sollte. Ich dachte, es gibt eben Menschen, die von Natur aus begünstigt sind und anscheinend alles essen können, was sie möchten ohne zuzunehmen und Menschen wie mich, die eben ab und an eine Diät machen müssen.

(ich) Du hast also weiter Süßes gegessen?

(Marion) Ja, ein Leben ohne Süßigkeiten konnte ich mir nicht vorstellen. Meine Vorliebe für Brot, Pasta und Süßigkeiten blieb also auch weiterhin bestehen und ich stellte sie auch bis dato nie in Frage. Für mich waren Zucker und Weißmehl ganz „normale“ Nahrungsmittel. Was mir jedoch zu Denken gab, war, dass es mir schwer fiel, mich bei Süßigkeiten, Nudeln oder Brot mengenmäßig zu beschränken. Sobald die Tafel Schokolade geöffnet war, war sie auch schon in meinem Bauch verschwunden. Das hat mich gewurmt und mir keine Ruhe gelassen. Es musste neben der psychischen Komponente also noch einen weiteren Grund geben, der hier hinein spielte.

(ich) Wie kam dir der Gedanke, dass Zucker eine so wichtige Rolle spielt?

(Marion) Nun ja, dank der Ausbildung zur Ernährungs- und Diätberaterin wusste ich inzwischen, dass es sich bei Zucker und Weißmehl um stark verarbeitete Produkte handelte (oh Gott, ich war wirklich weltfremd in Bezug auf gesunde Ernährung, seufz …). Natürlicherweise kommen Zucker und Stärke nur im Verbund mit Ballaststoffen, Mineralien, Vitaminen usw. vor, so dass sie viel langsamer verstoffwechselt werden als in Süßigkeiten oder Weißmehl. Mir wurde klar, dass sie die Biochemie im Körper stark durcheinanderbringen und tatsächlich süchtig machen können. Isolierte Kohlenhydrate manipulieren das Belohnungssystem in unserem Gehirn und bringen unsere Hormone ins Chaos, so dass es allein mit Willenskraft und Disziplin nicht gelingt, der Zuckerfalle zu entkommen.

(ich) Du würdest also sagen, dass du zuckersüchtig warst?

(Marion) Hierauf möchte (und muss) ich mit einem in ganz klaren „Ja“  antworten! Ich hatte meinen Zuckerkonsum alles andere als unter Kontrolle und habe sehr darunter gelitten. Zwei Faktoren, die für mich bei einer Zuckersucht zusammenkommen. Und auch, wenn von offizieller Seite in Bezug auf Zucker (noch) nicht von einer Sucht gesprochen wird, gibt es inzwischen etliche Studien an Mensch und Tier, die die süchtigmachende Wirkung von isolierten Kohlenhydraten mehr als eindeutig nachweisen. Darauf bin ich ja auch ausführlich in meinem Buch eingegangen.

(ich) Aber, du hast es geschafft! Vor mir liegt dein Buch „Raus aus der Zuckerfalle“!

(Marion) Ja, das stimmt, ich habe den Ausstieg aus der Zuckerfalle geschafft und ich bin mehr als glücklich, das heute so formulieren zu können 🙂 Es hat sehr lange gedauert, bis ich eine Strategie entwickelt habe, mit der es mir gelungen ist, die Zuckersucht hinter mir zu lassen. Um den Weg anderer Betroffener abzukürzen, habe ich dieses Buch geschrieben.

(ich) Das ist toll. Und ich bin überzeugt, dass dir das mit dem Buch gelingt! Was erfahren deine Leser in deinem Buch?

(Marion) Neben wirklich ausführlichen Hintergrundinformationen zum Thema „Macht Zucker süchtig? Ab wann kann man von einer Zuckersucht sprechen und wie finde ich heraus, ob ich selbst betroffen bin?“ beinhaltet das Buch konkrete Empfehlungen für den Ausstieg aus der Zuckersucht – und zwar nicht nur in Bezug auf die richtige Ernährung für Zuckersüchtige, sondern auch in Bezug auf die psychische und mentale Komponente, die bei einer Sucht immer auch eine Rolle spielt. Es gibt einen konkreten Fahrplan für die Zuckerentwöhnung, mit hilfreichen Tipps für den Zuckerentzug, der vor allem in den ersten Tagen oft von „Entzugserscheinungen“ begleitet wird, inklusive süßen Rezeptideen, die ganz ohne Haushaltszucker auskommen, für die Zeit nach dem Entzug. In erster Linie geht es mir mit meinem Buch jedoch darum, Betroffenen Mut und Hoffnung zu machen, dass der Weg in die Zuckerfreiheit tatsächlich möglich ist. Denn wenn mir das gelungen ist, dann schaffen andere das auch!

(ich) Was ist bei dir passiert, als du auf Zucker geachtet hast? Was können die Leserinnen erwarten?

(Marion) Oh, da ist eine ganze Menge passiert. Meine starken Stimmungsschwankungen sind verschwunden, die ich bis dato immer als Teil meiner Persönlichkeit angesehen habe, meine Haut ist reiner geworden, ich habe heute mehr Energie als früher und natürlich auch ein paar Kilo weniger auf den Hüften. Aber das beste an allem ist das Gefühl, frei zu sein. Wieder frei entscheiden zu können, was ich esse, ohne Zwang oder Kontrollverlust. Ein Gefühl, das viel süßer ist, als jede Süßigkeit je sein kann 😉

(ich) Die Frage muss natürlich auch noch sein: Naschst du trotzdem noch?

(Marion) Ganz ehrlich? Ja! Aber der Unterschied zu früher, heute nasche ich bewusst. Ganz ohne Reue oder schlechtes Gewissen. Für mich bedeutet Zuckerfreiheit eben nicht zwangsläufig die völlige Abstinenz von Süßem, sondern die Freiheit, wieder selbst entscheiden zu können, ob und wie viel genascht wird. Süßes sollte wieder zu dem werden, was es früher war: ein besonderer Genuss für besondere Anlässe. Wir sollten lernen, Süßes wieder bewusst zu genießen und dass am besten ohne herkömmlichen Zucker, sondern mit gesünderen Alternativen.

(ich) Vielen Dank für deine offenen Antworten, liebe Marion. Ich hoffe, meinen Leserinnen hat es mindestens genauso viel Freude gemacht, wie mir. Hier kommt die letzte Frage!

Ich bin, wie du vermutlich auch, ein großer Fan von Informationen und Aufklärung. Ich denke, je mehr wir über Lebensmittel wissen, desto besser können wir selbst steuern, was und wieviel wir davon essen sollten. Deshalb empfehle ich immer einen Blick aufs Etikett zu werfen! Zu Produkten, die mehr als 10 g bzw. 10 ml Zucker pro 100 g bzw. 100 ml, greife ich nur noch sehr, sehr selten. Das hilft mir, meine Gesundheit (und Figur ;-)) zu halten. Das ist mein Tipp zum ersten Schritt aus dem Zuckerstrudel!

Kannst du zum Abschluss meinen Leserinnen verraten, was für sie der erste Schritt aus der Zuckerfalle sein kann? Etwas ganz leichtes – sofort umsetzbares?

(Marion) Ich bin davon überzeugt, dass wir mit der ersten Mahlzeit des Tages den Grundstein für den Verlauf des restlichen Tages legen. Daher wäre mein Tipp an deine Leser, stellt euer Frühstück bewusst zusammen. Verzichtet gerade hierbei auf schnell verdauliche Kohlenhydrate und esst etwas, das euch lange sättigt, ohne den Blutzuckerspiegel stark zu irritieren. Ein selbstgemachtes Müsli aus Haferflocken, Nüssen, frischem Obst und (Pflanzen-)Milch oder eine große Portion gedämpftes Gemüse wären zum Beispiel ideal, um blutzuckerfreundlich in den Tag zu starten. Auch die Rezepte auf deinem Blog „Lieblings-Omlett“ oder „Guten-Morgen Müsli“ sind hierzu hervorragend geeignet.

(ich) Marion, das ist toll. Denn die Schwierigkeit von Ernährungsumstellungen besteht oft darin, dass sie im Alltag so schwer umzusetzen sind. Aber ein leckeres, gesundes Frühstück ist wirklich schnell gemacht und hat so viel positiven Einfluss auf unseren restlichen Tag!

Ich danke dir ganz herzlich für das Gespräch! Danke, dass du meinen Leserinnen und mich bei deiner persönlichen Geschichte mitgenommen hast und mit deinem Buch einen Weg aus der Zuckerfalle zeigst!

Es erwarten dich neben viel persönlicher Erfahrung, fachlicher Erklärung rund um den „Zucker“ auch zahlreiche praktische Tipps, die helfen, Wege aus der Zuckerfalle zu finden. Viel Spaß beim selber lesen … oder verschenken?

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Hier findest du weitere Informationen auf Marions Website.

 

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